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Desi Nürnberg | Sicherung der Zukunft der freien Kultur
Solidarität ist, was wir daraus machen! Solidarity is what we make it!
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Solidarity is what we make it – Solidarität ist, was wir daraus machen!

Liebe Desi-Lovers,
im Frühjahr 2020 haben wir uns mit einem Aufruf zur konkreten Solidarität an euch gewendet – den ihr mit einem überwältigenden Spendenmarathon und unzähligen Kommentaren, likes und aufbauenden Worten beantwortet habt – und damit auch gezeigt habt, dass Solidarität mehr ist, als eine Maske im Zug zu tragen. So habt ihr uns über das Jahr gerettet – und den Grundstock gelegt, dass wir ins nächste Jahr kommen. Dafür sagen wir erstmal einfach Danke!

Trotzdem wenden wir uns nochmal an euch – und die Öffentlichkeit. Und wir sind nicht alleine damit. Die kommende Monate sind für unzählige von uns wohl oder übel Monate der Wahrheit: für Künstlerinnen, Kulturschaffende, Bühnenarbeiterinnen, Sozialarbeiterinnen, Gastronominnen – für alle, die in der Kultur- und Kreativszene aktiv sind. Wir alle fürchten das Schlimmste. Kneipen dicht, keine Gruppentreffen, Kulturhäuser und deren Gelände geschlossen. Techniker*innen fallen die paar Jobs, die sie vielleicht über den Winter hätten retten können weg. Jugend- und Stadteilarbeit sowie Beratungsangebote u.a. für Geflüchtete stehen angesichts von Lockdown und Quarantäne vor kaum lösbaren Herausforderungen. Beratungsstellen müssen schließen und wir Übrigen können die Anfragen Hilfesuchender kaum bewältigen.

In Moria wird es genauso Winter wie an den Küsten Italiens und anderen sogenannten „Dublinstaaten“, in denen Geflüchtete unter katastrophalen Bedingungen, obdachlos, ohne jede Chance auf Einhaltung von Hygiene oder regelmäßiger medizinischer Versorgung auf einen Ausweg hoffen – und wohin sie von Deutschland aus weiterhin abgeschoben werden. Trotz der Öffentlichkeit, die Initiativen wie die Seebrücke im Lockdown für die Situation der Menschen an den EU-Außengrenzen geschaffen haben und der Bereitschaft, unzähliger Kommunen auf den Druck hin Menschen aus den Lagern aufzunehmen – die zugesagte Solidarität der Bundesregierung reicht bislang gerade mal für 1500 Menschenleben. Und auch dieser Rest an Menschlichkeit endet schnell in den deutschen Lagern und Camps. Die Sozialberatung ist weitgehend eingestellt, unzählige Lager und Heime stehen unter Kettenquarantäne ohne tatsächlich wirksame Trennung angesteckter und gesunder Menschen. Ohne uns, ohne Festangestellte und Ehrenamtliche in Kulturzentren und -läden organisierten Initiativen wäre die Solidarität schon lang am Ende.

Der November stellt uns alle vor massive Herausforderungen. Mit dem erneuten Lockdown werden viele von uns aufgeben müssen – wenn wir nicht die Unterstützung bekommen, die wir verdienen! Das was bislang an Hilfen kam ist ein Tropfen auf den heißen Stein – und stellenweise einfach nur zynisch. Wir brauchen keine warmen Worte aus der Politik, keine Vorschläge von oben, wie, wann und ob unsere Kreativität und Kultur ihre Wege in die Öffentlichkeit findet! Wir haben leere Clubs zu „Streamingplattformen“ gemacht. Wir haben die Autokinos wiederbelebt. Wir beraten und helfen online. Wir haben Hygienekonzepte erstellt und viel Geld für deren Umsetzung ausgegeben. Wir haben im Freien Konzerte gegeben und Räume der sozialen Nähe bei physischer Distanz geschaffen. Wir haben Balkonkonzerte veranstaltet und Theaterstücke so umgeschrieben, dass sie mit Abstand funktionieren. Wir sind Kultur – wir wissen selbst, wie wir uns so zeigen, dass alle was davon haben. Die Frage ist nicht, wann wo und ob wir weitermachen und dafür brauchen wir auch keine Vorschläge aus der Politik. Die Frage ist, ob wir es uns leisten können. Und dafür brauchen wir konkrete Zusagen!

Viel wurde während der Pandemie geredet – über Solidarität und Systemrelevanz. Heute stellt sich die Frage nach beidem erneut. Für uns gilt dabei das Gleiche, wie für die Angestellte des öffentlichen Dienstes, das Pflegepersonal oder die Kolleginnen im Supermarkt. Die Frage nach der viel diskutierten „Systemrelevanz“ stellt sich uns nicht. Denn wir wissen: ohne uns wird’s still – ohne uns wird’s dunkel – ohne uns wird’s einsam – ohne uns gibt’s keinen Supermarkt, kein Krankenhaus, kein Essen an der Haustür, keine Hygiene – und keine Kultur. Wir sind relevant! Die Frage ist: relevant für welches System? Für ein System, in dem das Privatvermögen der Großaktionäre von Lufthansa, BMW und Co. mehr wert ist, als das Einkommen der soloselbständigen Künstlerinnen, und Bühnenarbeiterinnen, der Mini Jobberinnen an Tresen und Tür oder den prekär beschäftigtem Reinigungspersonal. Ohne diese Menschen gibt es keine Kultur! Ein System in dem 30.000 Menschen bei BMW in Kurzarbeit sind und ihren Lohn zum Großteil aus unser aller Steuergeld bezahlt bekommen, während die Großaktionärsfamilie Quandt sich 769 Millionen Euro Dividende auszahlt? Finanziert durch die Abwrackprämie 2.0, die langfristig das Klima weiter belastet und unsere Lebensgrundlagen in Frage stellt? Wollen wir in einem System leben, in dem wirtschaftliche Interessen, Produktion und Profit relevanter sind, als die Menschen?

Nein. Wir wollen relevant sein und sind es jeher. Relevant für Solidarität und soziales Miteinander! Für kollektive Momente, die uns gemeinsam über die Herausforderungen der Pandemie hinweg helfen und in dem wir anerkennend applaudieren und gut bezahlt werden! Für Menschen, die flüchten müssen, weil sie gefoltert, vergewaltigt, versklavt und ermordet werden – und für ihr Recht auf ein Leben in Würde und Sicherheit, egal ob in- oder außerhalb Europas. Für lebendige Kultur von unten, für soziales Miteinander trotz physischer Distanz, für Orte des Miteinanders – ob online oder im Biergarten um die Feuertonne. Ohne echte Solidarität können wir das nicht – und dann wird’s dunkel, still und einsam.

Wir fordern die Sicherung der Zukunft der freien Kultur! Echte Überbrückungshilfen für Soloselbstständige, Kulturarbeiterinnen und Mini-Jobberinnen auch auf kommunaler Ebene! Rettungsschirme für die freie Szene und eine Aufstockung der Fördersummen für Soziokultur – ohne Zwang privat Pleite zu gehen um „förderfähig“ zu sein!

Wir fordern grenzenlose und internationale Solidarität! Aufnahme aller Geflüchteten aus Moria und den anderen EU-Grenzlagern in Europa! Auflösung der Lager an den Außengrenzen! Sofortiger Abschiebestopp! Sofortige Abschaffung des Dublinsystems! Auflösung aller Lager auch in Deutschland, dezentrale Unterbringung und Sicherstellung medizinischer und sozialer Versorgung! Freier Zugang zu Arbeit und Bildung für alle, die hier leben!

Wir fordern gesellschaftliche Solidarität! Einstellung sämtlicher Wirtschaftssubventionen, solange Unternehmen ihren Aktionären und Management Boni und Dividenden auszahlen! Was durch die Arbeit der Angestellten und Arbeiter*innen erwirtschaftet wird soll den Betrieb und das Einkommen aller sichern – und nicht als Privatvermögen die soziale Spaltung der Gesellschaft vorantreiben!

Es ist Alarmstufe Rot – denn ohne uns wird’s still!

Stadtteilzentrum DESI e.V. Nürnberg – 20.11.2020

Unterstützer*innen: Kulturliga, Projekt 31, Musikverein, Z-Bau, Kunstverein Hintere-Cramergasse e.V., Interventionistische Linke Nürnberg, Initiative Mietenwahnsinn stoppen, Stadtteilladen Schwarze Katze, Medya Volkshaus e.V., Seebrücke Nürnberg, Bayrischer Flüchtlingsrat