Dunkel.Fast.Nacht
Einlass: 18:00
Beginn: 19:00

Dunkel. Fast Nacht. Minifest
Am 14.11. erwarten euch im Rahmen von „Dunkel. Fast Nacht“ Konzerte und Vortrag: Es spielen Fatigue (Riot-Grunge, Berlin), Telesatan (Punk, Leipzig), Trashperle (finest Trash, Nürnberg/Köln) und Wax Minds (Eggy Garage Punk, Bremen) in der Brückenstraße auf. Zuvor gibt Carla Ostermayer in ihrem Vortrag eine gesellschaftstheoretische Perspektive auf rechts-libertärer Tech-Milliardäre in der Klimakrise. Die Türen öffnen um 18:00 Uhr. Los gehts dann um 19:00 Uhr.
Fatigue (Riot-Grunge, Berlin)
https://fatigueberlin.bandcamp.com/
Telesatan (Punk, Leipzig)
https://telesatan.bandcamp.com/
Trashperle (finest Trash, Nürnberg/Köln)
https://nasserecords.bandcamp.com/album/nr052-kosmo-trashperle-split
Wax Minds (Eggy Garage Punk, Bremen)
https://waxminds.bandcamp.com/
Vortrag von Carla Ostermayer:
Eine gesellschaftstheoretische Perspektive auf rechts-libertärer Tech-Milliardäre in der Klimakrise.
Glaube an Technik, Mars-Besiedlung und Longtermism als regressive Bearbeitung der Klimakrise
Ausgehend vom fortdauernden Wunschtraum, „grenzenlos die Natur zu beherrschen“ (Horkheimer/Adorno), analysiert dieser Vortrag den Umgang rechts-libertärer Tech-Milliardäre mit der Klimakrise. Ihr Fokus auf die Kolonisierung des Mars, schwimmende Inseln und rein technologische Lösungen wird als regressive Krisenbearbeitung verstanden, die aktiv zur Verhinderung einer sozial-ökologischen Transformation in Zeiten der Klimakrise beiträgt. Rechts-libertäre Akteure wie Elon Musk oder Peter Thiel üben immensen Einfluss auf die Weltpolitik aus. Sie suggerieren, technologische Lösungen könnten die Auswirkungen der Klimakrise auch ohne politische Intervention oder ökonomische und gesellschaftliche Transformation abfedern. Damit wirken ihre Ansichten wie ein Brennglas: Sie legen gesamtgesellschaftlich vorhandene Strukturen im Verhältnis zur Natur offen, die mitursächlich für die heutige Klimakrise sind. Ihre Antworten auf die Klimakrise schließen an ein zentrales Versprechen der Moderne an: die beherrschbare Natur. Dies zeigt sich in drei Dimensionen regressiver Krisenbearbeitung: (1) im Glauben an Technik als Machbarkeitsversprechen, (2) in Fluchttendenzen, die Sicherheit für wenige versprechen, und (3) in einer Zukunftsfokussierung, die alles auf eine optimierte Zukunft für eine kleine Elite ausrichtet. Sie bieten für Menschen, die in der Klimakrise Angst, Ohnmacht und Kontrollverlust erleben, eine Identifikationsfigur an. Sie verspricht affektive Entlastung und erlaubt es, die eigene Involviertheit, Schuld und Abhängigkeit gegenüber anderen und der Natur abzuspalten. Die Klimakrise wird nicht als gesellschaftspolitisches Problem, sondern als technisches Problem und in kapitalistischer Fortschrittslogik bearbeitet. Den meisten Menschen wird weder die Identifikation mit der Sozialfigur noch die regressive Krisenbewältigung die versprochene Lösung bieten. Anders als Tech-Milliardäre können sie sich keine Insel, keinen Bunker und keinen Flug zum Mars leisten. Stattdessen wird eine restriktive Migrationspolitik gefordert, die bestehende Privilegien verteidigen soll und Teil der aktuellen Autoritarisierung ist.